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Gemeindewappen Schliersee - Der Hl. Sixtus auf blau-gelbem Grund

 

Einfaches Sigel im 19. Jahrhundert

Von der Entstehung der Gemeinde Schliersee im Jahre 1818 bis 1912 führte die Gemeinde ein rundes Gemeindesiegel mit der Inschrift "Verwaltung der Ruralgemeinde Schliersee" und "Verwaltung der Landgemeinde Schliersee", nebenbei wurde ein ovales Siegel mit der Inschrift "Steuer Distrikt Schliersee" in Schreibschrift in Steuerangelegenheiten benützt.

 

Auf dem Weg zum Ortswappen

Erst im Jahre 1912 hat die Gemeinde Schliersee Antrag auf Verleihung eines Gemeindewappens gestellt. Man dachte naheliegenderweise an das Wappen der Waldecker, das aber bereits im Jahre 1911 der seinerzeitigen Gemeinde Agatharied genehmigt worden war. So wertete man dann das Siegel des ehemaligen Stiftkapitels Schliersee aus. Vom Königlichen Allgemeinen Reichsarchiv München wurde um 28.09.1912 u.a. folgende Stellungnahme dazu abgegeben:

„Der Hl. Papst Sixtus II. (+258) steht als Patron der ehemaligen Stifts- und Pfarrkirche der Gemeinde Schliersee in so engen Beziehungen zu der kirchlichen Geschichte der Ortsgemeinde, dass die Aufnahme seines Bildes in das Gemeindewappen wohl gerechtfertigt erscheinen darf. Mann könnte vielleicht, um das ehemalige Kapitelsiegel nicht sklavisch zu kopieren, dem Hlg. statt des Buches, das er dort in der Linken trägt, sein gewöhnliches Attribut, das Schwert in die Hand zu geben.“

Diesem Vorschlag hat der Gemeinderat mit Beschluss vom 22.10.1912 entsprochen.

 

Hl. Sixtus als Patron und Wappensymbol des Ortes

Vom Königlichen Staatsministerium des Innern erging dann am 09.01.1913 folgende Entschließung: „Im Namen seiner Majestät des Königs, Seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig, des Königreichs Bayern Verweser, haben am 04.01.1913 allergnädigst zu genehmigen geruht, dass die Gemeinde Schliersee ein Wappen nach dem beiliegenden Entwurfe führe. Die Beschreibung des Wappens hat zu lauten:

„In Blau auf goldenem Stuhle sitzend ein Papst in silbernem Gewand und silbernen Schuhen, die rechte Hand segenspendend erhoben, in der linken Hand ein blankes Schwert mit goldenen Griffe haltend. Das Haupt ist bedeckt mit einer mit drei goldenen Kronen umfassten silbernen Tiara mit abfliegenden Bändern. Um die Schultern hängt das mit schwarzen Kreuzen belegte silberne Pallium.“

 

Die Schlierseer Farben: „Kornblumenblau und Sonnengelb“

Nach der Erhebung Schliersees zum Markt im Jahre 1919 bewarb sich der Markt um die Genehmigung zur Führung der Ortsfarben Kornblumenblau/Goldgelb. Dies stieß jedoch auf Schwierigkeiten, da nach Stellungnahme des Bayerischen Hauptstaatsarchivs die Hauptfarben des Schlierseer Wappens Blau/Weiß und nicht Kornblumenblau/Goldgelb sind.

Daraufhin beauftragte der Markt Prof. Otto Hupp, das Schlierseer Wappen zu überarbeiten und in den Wappenfarben so zu gestalten, dass die Führung der gewünschten Flaggenfarben möglich sei. Am 24.08.1926 wurde nunmehr das neue Wappen vom Marktgemeinderat genehmigt.

 

Es hatte folgende Beschreibung:

„Im blauen Feld auf einem Faldistorium sitzend der hl. Papst und Martyrer Sixtus II. im goldenen Pluviale und mit der Tiara auf dem Haupt, erhebt die Rechte zum Segen und hält in der Linken das gesenkte Schwert.“

 

Dieses neue Gemeindewappen und die Ortsfarben „Kornblumenblau/Goldgelb“ wurden mit Entschließung des Staatsministeriums des Innern vom 27.11.1926 genehmigt. Sie haben bis heute Gültigkeit.

 

Ein Antrag des Marktgemeinderates in den Jahren 1939/40 auf Änderung des Gemeindewappens mit einem roten Adler der Waldecker und schwarzen Wellenlinien im Schild und der Ortsfarben in Rot/Weiß wurde von der Regierung 1940 im Hinblick auf die Verwaltungsvereinfachung im gemeindlichen Bereich abgelehnt.