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Hohenwaldeck (Burgruine)

Nicht weit vom Nordufer des Tegernsees entfernt liegt das Dorf Finsterwald und nahe dabei ist der Weiler Georgenried. Dort steht auf einer sanften Anhöhe über der Landstraße nach Tölz neben zwei Bauernhöfen, dem Ober- und dem Unterriedbauern, das Kirchlein Georgenried. Von wenigen beachtet und gekannt ist dieses kunstgeschichtliche Kleinod, welches auch als das beste Beispiel des spätgotischen Baustils im ganzen Oberland gilt.

 

Über die Entstehung von Georgenried berichtet die Sage folgendes: Hoch über dem Schliersee liegt die Burgruine Hohenwaldeck. Ein Graf Georg von Waldeck(1407-1456) ist in einem Krieg gegen die Türken im Jahre 1444 in Kriegsgefangenschaft gefallen. In einem finsteren Kerker mußte er angeschmiedet auf verfaultem Stroh bei Wasser und Brot seiner Aburteilung entgegensehen. In seiner großen Not gelobte er, wenn er zu seiner lieben Frau und zu seinen unmündigen drei Kindern wieder heimkehren dürfe, zum Dank dafür drei Kirchen zu erbauen. Gott erhörte sein Gebet. Mit Hilfe eines Wächters, der selber ein heimlicher Christ war, konnte er fliehen und endlich wohlbehalten nach langen und abenteuerlichen Irrfahrten zu Weib und Kindern heimkehren.

 

Der tapfere Ritter Georg hielt sein Gelöbnis und veranlaßte die Gründung und Erbauung der drei "Ried"-Kirchen in unserer Gegend: nämlich von Georgenried nach seinem eigenen, ritterlichen Namenspatron; von Agatharied nach dem Namen der Patronin seiner Gemahlin Agathe; endlich von Frauenried, nach der Patronin seiner Schwester Maria benannt.

 

Im Jahr 1483 sind die Waldecker im Mannesstamm ausgestorben. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verödete diese Burg, nachdem ihre Bewohner schon früher das enge Gemäuer hoch droben am Berg verlassen hatten, das wohl damals schon durch Steinschlag sehr gefährdet war. Sie zogen in die Miesbacher Gegend in die Burg Waltenberg, heute Schloß Wallenburg genannt.

 

Durch die Heirat einer Waldecker Tochter kam die Grafschaft an Maxirain bei Aibling, 1637 wurde sie reichsunmittelbar und 1734 endlich bairisch - wittelsbachisch.

 

Von der alten Burg Hohenwaldeck, die 200 m über dem Seespiegel des Schliersees in einer Höhe von 980m über dem Meere auf einem Felsvorsprung des Leitnerberges stand, sind noch 6 m hohe und bis zu anderthalb Meter dicke Mauerreste vorhanden. Der Turmstumpf von 8 m Höhe ist ein Rest des alten Bergfrieds, den vermutlich ein Felssturz in mittelalterlicher Zeit zerstört hat. Die groben Bossen und Wülste an den Steinquadern der Außenmauern lassen vermuten, daß Hohenwaldeck, wenigstens der Turm selbst, schon zu Römerszeiten als Wachtturm gedient hat, der den Zugang vom Inntal über Landl und Bayrischzell in unser bayerisches Oberland sichern sollte.

 

Das liebenswerte Kirchlein Georgenried aber wird von den alten Bauern heute noch Schimmelkapelle genannt. Der Name läßt erkennen, daß es wie Kreuth, Festenbach oder Fischhausen am Schliersee, einstmals eine Umrittkirche und wohl schon in vorchristlicher Zeit die Stätte einer germanischen Roßweihe gewesen ist.