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21. Januar 779 - heute

Chronik und Historie der Marktgemeinde Schliersee

 

Erste Hinweise auf eine Besiedlung Schliersees sind aus der Epoche der Latenezeit zwischen dem 5. und 3. Jh. v. Chr. nachzuweisen, als das bayerische Voralpenland von keltischen Stämmen besetzt war. Schon als die Römer bei ihren Eroberungszügen um das Jahr 15 v. Chr. im Gebiet um Schliersee eintrafen, sahen sie sich einem geordneten und ausgeprägten Siedlungswesen gegenüber.

Als Besatzungstruppen und Siedler übernahmen sie die keltischen Wohnplätze, Grund und Boden, Verbindungswege und Befestigungsanlagen. Kein Wunder, dass die römische Kultur mit ihren militärisch erforderlichen Um-, Aus- und Erweiterungsbauten sowie vor allem durch umfangreichen Straßenbau die Geschichte bis ins 5. Jahrhundert prägte.

 

Die Vertreibung der Römer durch germanische bzw. bajuwarische Volksstämme brachte dann neue Veränderungen auch in der Besiedlung des Gebietes um Schliersee mit sich, wobei erst im Jahr 779 die erste schriftliche Namensnennung erfolgt ("Sliersee"). In den Urkundenbüchern des Hochstifts Freising wird die Gründung des Klosters Schliersee mit dem 21. Januar 779 angegeben.

 

Mit dem allgemeinen Niedergang des klösterlichen Lebens zu Beginn des 10. Jahrhunderts endete auch das mönchische Leben im Kloster Schliersee.

 

Nachdem das Kloster zwischenzeitlich völlig zerstört und aufgelöst war, ließ es Bischof Otto I. von Freising

Mitte des 12. Jahrhunderts wieder aufbauen. Alsbald gewann er auch die verlorengegangenen Güter wieder zurück.

 

Gegen Ende des Jahres 1515 beginnt die Herrschaft von Maxlrain in Schliersee, die bis zum Jahr 1734 anhalten sollte. Danach fiel die Grafschaft und mit ihr das Gebiet um Schliersee an den Kurfürsten von Bayern. Später, unter Maximilian Josef, wird Bayern dann Königreich.

 

Die Bewohner von Schliersee gingen überwiegend dem bäuerlichen und dem handwerklichen Berufsstand nach. Große Besitzungen und Reichtümer konnten sie sich kaum erwirtschaften, da bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts der Besitz der Bewohner fast vollständig in das Eigentum der drei Grundherrschaften, Kirche, Frauenstift München und Maxlrainer übergingen. In dem begrenzten Raum von Schliersee sorgten die Bauern für Nahrungsmittel, während die Handwerker überwiegend dem holzverarbeitenden Gewerbe nachgingen. Kaufleute, Wirtsleute u.a. deckten den weiteren Bedarf der Bevölkerung ab. So entwickelte sich eine Siedlungsgemeinschaft, die ganz auf sich allein gestellt überleben und existieren konnte.

 

Nachdem gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Schlierseer Untertanen der Wittelsbacher wurden, änderten sich auch die Grundformen für die Grundbesitzer. Leibrecht und Freistift wurden aufgehoben, die Bewohner konnten Grund und Boden erwerben oder verkaufen, neue Häuser wurden gebaut, die Bevölkerungsstruktur wandelte sich, und es bildete sich nach und nach ein Gemeinwesen. Schliersee erhielt im Jahr 1808 das erste Gemeindeedikt. Die Verbesserungen in politischer und gemeindlicher Sicht begannen im 18. Jahrhundert und setzten sich bis heute fort. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht war der Fortschritt klar erkennbar.

 

So wurden beispielsweise der Postbeförderungsdienst verbessert, Telefonanschlüsse installiert, das Eisenbahn- und Straßennetz ausgebaut und erweitert, die Wasserversorgung, Kanalisation und Versorgung mit Energie stetig vorangetrieben und verbessert. Wohnungen wurden gebaut, neue Gewerbebetriebe siedelten sich an, die Gemeinde wuchs ständig und gewann immer größere Bedeutung im ganzen Land.

 

Große Bedeutung bei der Entwicklung Schliersees hatte der Fremden- und Urlaubsverkehr. Der Ruf Schliersees als idyllische Landschaft breitete sich Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts bei Adeligen, Künstlern und Dichtern aus.

 

Durch diese Entwicklung fiel dem Herbergs- und Übernachtungswesen eine für die Zukunft mitentscheidende Rolle zu. Schon 1846 sollen sich in Schliersee bereits 500 Gäste mit 7000 bis 8000 Übernachtungen aufgehalten haben. Für die Besucher und vielen Gäste, aber auch die Einwohner Schliersees wurde aufgrund der neuen Einnahmequelle von Seiten der Gemeinde vieles in großem Umfang verwirklicht.

 

So wurden Wanderwege angelegt, Badeanstalten errichtet, neue Gaststätten und Hotels entstanden, Freizeitanlagen wurden gebaut und natürlich entwickelte sich auch der Wintersport.

 

1888 entstand ein Trachtenverein, der seine Aufgabe darin sah, das heimatliche Brauchtum, die Erhaltung der schönen, wertvollen Tracht und der oberbayrischen Tänze sowie die Förderung von Liedern und Musik im Heimatbereich zu pflegen und zu erhalten. Durch Heimatabende, Trachtenfeste und Theaterabende sorgt der Verein für Unterhaltung und Geselligkeit, wobei das traditionsreiche Schlierseer Bauerntheater oft den festlichen Rahmen bietet.

 

Heute genießt Schliersee mit etwa 520.000 Übernachtungen pro Jahr einen ausgezeichneten Ruf als Höhenluftkurort.

 

 

 


Die Wiege des Wintersports

Besonders stark wurde der Andrang, nachdem um 1890 im Englischen Garten in München das Rodeln und Skilaufen verboten wurde.

Die ersten Schneeläufer kamen in die Berge um Schliersee.

 

Da die Gemeinde bereits sehr früh eine Eisenbahnanbindung besaß, kamen die "Schneeläufer", wie sie damals noch genannt wurden, schon während der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in großer Zahl und stapften durch die Berge oberhalb des Sees.

 

Die erste bayerische Skimeisterschaft fand in Schliersee statt, 1902 wurde der erste offizielle Langlauf durchs Dorf organisiert, vier Jahre später entstand der örtliche Skiclub, und im Laufe jener Saison zählte man 150.000 Wintersportler.

 

Nicht zufällig schlug am Schliersee auch die Geburtsstunde des Bergrettungsdienstes im Roten Kreuz: Eine Gruppe von Skifahrern gründete dort 1911 die "Erste deutsche skifahrende freiwillige Sanitätskolonne".