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Der Bernstein von Schliersee





Bilder:
_Bernsteine je ca. 2mm
_Algen der Gattung Chlorella
_Jochalge Palaeozygnema spiralis
_saprophytischer Pilz Palaeodicaryomyces baueri

Der seltene durch seine unglaublich hohe Diversität in den Schlierseer Bergen im September 1983 gefundene Bernstein ist von enormer Bedeutung für die Nationale und Internationale Wissenschaft geworden.

 

Der Schlierseer Naturforscher Ulf-Christian Bauer entdeckte diesen seltenen Bernstein bei der Suche nach Fossilien. Bauer erkannte den Wert dieses für die Wissenschaft zu erforschenden Bernsteins und schickte erste Objektträgerproben nach München, Hamburg und Wien.

 

So klein der Bernstein auch ist - er hat eine Größe von einem halben Millimeter bis zu einem Zentimeter - so wertvoll ist er für die Wissenschaftler. Von Wien wurde der Bernstein nach Berkeley in die USA geschickt und dort untersucht. Der weltberühmte Mikroinklusenforscher Professor G.O. Poinar und sein Kollege B. Waggoner entdeckten hoch interessante Einzelzeller und andere Organismen. Poinar, Waggoner und Bauer veröffentlichten danach diese Ergebnisse die der weltberühmten Wissenschaftszeitschrift Science American. Bauer wurde darin als Artautor geehrt!

 

Kurze Zeit danach bekundete das Wissenschaftsteam der Universität Jena sein Interesse an diesem Bernstein und es kam zu einem Übereinkommen, wobei Bauer die Hauptfundmasse von gut 2.000 Bernsteinchen in Objektträgern den berühmten Wissenschaftlern übereignete. Nun war der Weg frei zu einer allumfassenden Forschung. Die Firma Carl Zeiss in Jena stiftete dazu ihr neu entwickeltes Mikroskop Axioplan und Rasterelektronenmikroskope und Elektronenmikroskope wurden zur Erforschung eingesetzt. Außerdem wurde ein Projekt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beantragt und sofort genehmigt. Daran kann man ersehen, welchen Wert dieser Bernstein für die Wissenschaft hat.

 

In dem inzwischen zu 12.000 Splitterchen zerlegten Bernstein von wenigen Millimetern wurden in vielen Jahren unglaubliche Entdeckungen gemacht. Darin entdeckten die Jenaer Forscher Dr. W. Schönborn, U. Schäfer, Dr. H. Dörfelt und der später hinzukommende Dr. A. Schmidt einzigartige Mirkoorganismen.

 

Diese brachten den Beweis, daß sich das Leben im Kleinen von der Kreidezeit bis hinein und unsere Tage lückenlos erhalten hat. Herauszuheben sind die 7 neuen Arten von Algen, Pilzen, Ciliaten und Amöben sowie dem ältesten Bakterium. Zwei neue Arten, der archaische Pilz Palaeodikaryomyces baueri und die beschalte Amöbe Hyalosphenia baueri bekamen zu Ehren des Entdeckers ihre Namen.

 

Mit 7 Arten und 230 Individuen ist dieser aus dem Cenoman der oberen Alpinen Kreide stammende Bernstein einer der ältesten mit gut 100 Millionen Jahren.

 

Der Schlierseer Bernstein lieferte dadurch einen wertvollen unschätzbaren Beitrag zum Verständnis der evulutären Geschichte.

 

Bauer verbrachte zusammen mit seiner Mutter Ilse Bauer über 1.000 Stunden am Mikroskop und verschickte dieses Material an 82 nationale und internationale Institute. Durch die großartigen von rund 50 weltweit bekannten Wissenschaftlern getragenen Untersuchungen wurde die Dissertation von Dr. A. Schmidt ein herausragendes Ergebnis.

 

Der Schlierseer Bernstein erhielt von Bauer zu Ehren der Gemeinde den Namen Schlierseerit.

 

Veröffentlicht wurden diese Arbeiten außerdem in internationalen Zeitschriften von bedeutendem Rang wie:

Science American, USA 1993

Eukariotic, USA 1999

Palaentology, USA 2005

Deutsche Ausgabe von Science American 2000

sowie in den Büchern von Prof. Poinar Life in Amber

 

Der Bayerische Ministerpräsident und damalige Staatsminister Herr Dr. E. Stoiber äußerte sich anerkennend zu diesem für Bayern so bedeutenden Fund.

 

Schliersee und Bayern sind durch diese Forschungen in Fachkreisen weltweit zu großer Berühmtheit gelangt.