Willkommen im Rathaus Schliersee

   
   













   
         
   
Wie die Orte zu ihrem Namen kamen - Geschichte der Namensgebung

Baumgartenschneid, Baumgartenalm

Der Name bedeutet, was er besagt; nämlich eine Alm in einem Baumgarten. Eine Schneid ist ein scharfer Rücken, wobei das Wort in den Alpen eher selten vorkommt.

 

Bodenschneid, Bodenalm

Die Bodenalm befindet sich auf einer wenig geneigte Fläche an einem Bergabhang. Der zugehörige scharfe Berggrat ist die Bodenschneid.

Boden bedeutet immer eine verhältinismäßig ebene Fläche an einem Hang oder auch im Talgrund (z. B. Ahornboden).

 

Brecherspitz

Die Bezeichnung „brech“ weist darauf hin, dass zum einen in historischer Zeit im Brecherspitzgebiet ein Teil des Berges herausgebrochen ist. Dieser Bergsturz ereignete sich in Richtung des Spitzingssattels; die große Schutthalde rechterhand der Spitzingstraße weist darauf hin. Außerdem wurzelt der Name auf der Tatsache, dass aus den Hängen der Brecherspitze immer wieder Steine herausbrechen und sich kleine Schutthalden bilden.

 

Dürrnbach

Bach, der nur bei Regen oder Schneeschmelze Wasser führt, sonst aber trocken fällt. Es gibt in der Region mehrere Bäche mit diesem Namen: der Dürrnbach bei Elbach im Leitzachtal oder der Dürrnbach bei Gmund sind weitere Beispiele dafür.

 

Firstalm

Der Name stammt von der dachähnlichen Form der Grate, die von der Bodenschneid zum Suttenstein und zur Krettenburg ziehen. „First“ ist dabei der Begriff für einen Berggrat.

Mit Fürst hat der Name allerdings nichts zu tun.

 

Grünsee

Durch seine einzigartige Lage des Sees in einem Kessel zwischen Roßkopf, Rothkopf und Stolzenberg erhält der See durch die umgebenden Almwiesen seien charakteristische grüne Farbe, was ihm auch zu seinem Namen verholfen hat.

 

Gindl-Alm

Für diesen Namen sind mehrere Herkunftsweisen denkbar: „Gin“ heißt im angelsächsischen geräumig und weist auf die großen Almflächen im Bereich der Gindl-Alm hin. „Grund“ bedeutet muldenförmige Hochweide. Der Verb „zergannen“ meint schneiden oder spalten und nimmt Bezug auf die dort stattgefundenen Rodungen, um dort Almwirtschaft betreiben zu können.

 

Hennerer

Als Hennerer wurde früher ein Mann bezeichnet, der Hennen und Eier aufkauft, um damit Handel zu betreiben. Auch in Elbach im Leitzachtal existierte im 18. Jahrhundert ein Hennerer.

Teilweise wird vermutet, dass dort der Henker von Schliersee gewohnt haben könnte. Allerdings ist die Existenz eines Scharfrichters in Schliersee im Gegensatz zu der des Hennenverkäufers nicht nachgewiesen.

 

Jägerkamp

Zum einen ist Kamp die mittelhochdeutsche Bezeichnung für einen Kamm oder einen Grat. Des Weiteren deutet der Wortstamm „campus“ auf eine freie eingehegte Weide hin, die man im Bereich der Jägerbauernalm findet.

 

Josefstal

Der Ortsteil von Schliersee verdankt seinen Namen dem letzten Waldecker Graf Hans Josef von Maxlrain, der eine Hütte zur Eisenerzverhüttung am Hachelbach errichtete.

 

Kirchbichl

Der Kirchbichl am nördlichen Ortsausgang von Schliersee war der Standort der ersten Kirche in Schliersee; wahrscheinlich handelte es sich dabei um die Kirche Westenhofen.

Außerdem hatte man früher von diesem Hügel freien Blick auf sieben verschiedene Kirchen (St. Leonhard, St. Sixtus, Westenhofen, Kriegerkapelle, Weinbergkapelle, Hausham, Agatharied).

 

Miesing

Miesing leitet sich vom bayrischen „Mias“ ab und bedeutet Moos. Dies wurde im bayrischen Sprachraum häufig als Synonym für nassen Boden oder Moor verwendet.

Die Silbe „Mies“ findet man mehrmals in der Region Schliersee; so zum Beispiel in Miesbach oder Mieseben (bei Geitau).

 

Neuhaus

In der Zeit von 1723 bis 1732 wurde im Josefstal ein Hochofen zur Verhüttung des Eisenerzens vom Prunftkogels errichtet. Anlässlich dieser Eisenhütte entstand dort ein Wirtshaus mit dem Namen „Das Neu’ Haus“, aus dem sich im Laufe der Jahre Neuhaus bildete.

 

Soinsee

Wahrscheinlich hieß der See früher einfach „seo“ (der See); als diese Bedeutung in Vergessenheit geriet, wurde daraus der „Seo-See“ und später der Soinsee.

Für diese Art der Namensgebung finden sich viele Beispiele: Kirchseeon, Bayersoien oder der Soiern-See.

 

Spitzing

Früher hieß das ganze Gebiet um Brecherspitze, Spitzingsattel und südlich des Jägerkamps „Spizzinch“. Der Name leitet sich aus den vielen Schrofen und Felszacken ab, die das ganze Gebiet kennzeichnen.

 

Stümpfling

Der Name geht auf die stumpfe Form des Gipfels sowie auf die zahlreichen Vorkommen von Baumstümpfen auf dem Almgelände zurück.

 

Taubenstein

Zum einen ähnelt der Taubenstein von der oberen Maxlrainer Alm gesehen einer Faßtaube (gebogener Bestandteil eines Weinfasses). Außerdem bedeutet das mittelhochdeutsche Wort „taub“ soviel wie unfruchtbar oder unkultiviert, was für das mit Kalksteinen durchsetzte Areal im Bereich des Taubensteins sehr gut zutrifft.

 

Waxenstein

Seinen Namen verdankt das Gehöft dem auffallend scharfgezackten, hellen Felsen westlich von Breitenbach (Schrattenkalk, Seewerkalk, Drusbergschichten aus dem Helvetikum). „Wax“ in der Bedeutung von scharf bezeichnet diese Felsen, die für unsere Region in Form und Farbe einzigartig sind.

 

Westenhofen

Westenhofen wurde nach der Himmelsrichtung benannt und hieß auf alten Karten Westerhofen. Das Gegenstück dazu ist Osterhofen im Leitzachtal.

 

Insel Wörth

Das althochdeutsche Wort „warid“ oder das mittelhochdeutsche Wort „wert“ bedeuten Insel.